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22.08.2017 erstellt von: Werner Weigand


ADFC besucht Pumptrack in Kranichstein

Der ADFC Langen/Egelsbach hat zusammen mit der Pumptrack-Initiative Egelsbach-Langen-Dreieich die Pumptrack-Anlage in Darmstadt-Kranichstein besucht. Man wollte sich informieren, denn Pumptracks sind die neuen Skateparks.


Ein Pumptrack ist eine Piste für Radfahrer, bestehend aus Bodenwellen und Steilwandkurven.
Diese Bodenwellen werden genutzt, um durch schwungvolle Bewegungen Geschwindigkeit zu generieren, sodass die ganze Runde beliebig oft gefahren werden kann, ohne dabei pedalieren zu müssen. Angetrieben wird nur durch "pumpen" - dies bezeichnet ein gekonntes ziehen und drücken des Rads durch Gewichtsverlagerung. Durch das fortwährende "pumpen" mit Armen und Beinen sind Pumptracks sehr anstrengend und erfordern neben koordinativem Geschick auch viel Ausdauer. Man kann sich das wie ein workout aus abwechselnden Liegestütz und Kniebeuge vorstellen, Bewegungen, die - im richtigen Timing ausgeführt - das Rad beschleunigen.

Profis schaffen es dabei, unzählige Runden zurückzulegen. Es gibt sogar Wettbewerbe bei denen die Fahrer gegeneinander antreten. Hierbei geht es etwa um die maximal am Stück gefahrenen Runden, oder aber die beste Rundenzeit. Damit nicht geschummelt werden kann, wird bei Profirennen auch die Kette entfernt, pedalieren ist also nicht möglich.

Pumptracks sind der neue Trend, im ganzen Land schießen die Mini-Rundkurse aus dem Boden. In der Nähe gibt es schon Pumptracks in Neu Isenburg, Kranichstein und Gross-Umstadt.

Vor gut 15 Jahren entdeckten Gemeinden, dass Rampen und Rails junge Menschen anziehen,
leisteten sich ein Fleckchen Asphalt mit den entsprechenden Aufbauten und fertig war der Skatepark. Und die gab es sehr bald schon fast in jedem Ort, so in Langen an der Zimmerstraße. Pumptracks sind auf dem besten Weg das zu werden was Skateparks in den 90ern waren: Richtig populär und in jeder Gemeinde anzutreffen

Die Chancen stehen gut - aus drei Gründen:
Erstens:
Pumptracks sind für alle. Das Gefahrenpotenzial eines Pumptracks wurde von der „Beratungsstelle für Unfallverhütung“ in der Schweiz mit einer blauen Skipiste gleichgesetzt. „Jeder kann Spaß haben“ trifft hier ohne Kompromisse zu.

Zweitens:
Pumptracks – besonders asphaltierte – sind vielseitig. Bei der Eröffnung des ersten asphaltierten Pumptracks Hessens in Gross-Umstadt waren reine Mountainbiker fast in der Unterzahl.
"Gepumped" wurde alles was rollt: BMX, Skateboards, Longboards, Scooter, Laufräder, Inline Skates und sogar Einräder.

Drittens:
Zwei Kurven und eine Handvoll Wellen. Mehr braucht es nicht für ein richtiges Trainingsfeld. Selbst auf einem kleinen Rundkurs ist man nach spätestens fünf Runden reif für eine Pause. Neben viel Spaß eignet man sich ganz nebenbei noch Techniken an, die jedem Radfahrer ein mehr an Kontrolle des Rads ermöglichen. Auch erfahrene Radler und Mountainbiker können hier ihre Fahrtechnik verbessern um dazulernen.

Pumptracks werden meist als Rundkurs aus Erde und Lehm geschaffen. Andere Varianten von Pumptracks werden mit harten Oberflächenmaterialien wie Asphalt oder Beton gestaltet - so die Anlage in Groß Umstadt. Dagegen besteht die Anlage in Neu Isenburg aus Holzmodulen, die mit Fiberglas beschichtet sind. Eine feste Oberfläche hat Vorteile bei der Instandhaltung und der Vielfalt der Nutzergruppen. Diese Anlagen können auch mit Skateboards und Inline-Skates genutzt werden.

Der Kranichsteiner Pumptrack besteht aus Erde und Lehm. Die gesamte Strecke ist - würde sie hintereinander aufgebaut - über hundert Meter lang und setzt sich aus zwei verwobenen Schleifen zusammen, die sich in verschiedenen Variationen befahren lassen. Hier kann man mit zunehmenden Fahrfertigkeiten immer wieder neue Linien fahren. Die Anlage ist von einer Initiative von Lehrern der benachbarten Erich-Kästner Gesamtschule und dem Start-Up "Shapetastic crew", einer Gruppe junger Berufstätiger und Studenten, die mit ihren Rädern in so ziemlich jedem Gelände zurechtkommen, initiert worden. Finanziert wurde sie aus Spenden und kostenlos geleisteten Arbeitsstunden.

Mitglieder der Egelsbach-Langen-Dreieicher Initiative und des ADFC staunten, fuhren einige Runden und waren begeistert.

Ziel der Initiative aus dem Westkreis Offenbach ist es, dass auch in diesem Bereich so eine Anlage gebaut wird. Das wäre eine tolle Sache gerade für Jugendliche und junge Erwachsene.
Zunächst sucht die Initiative weitere Mitstreiter aus den betroffenen Gemeinden.

Informationen gibt es auf dem "Langener Markt" am 3. September auf dem ADFC-Infostand in der Nähe des Lutherplatzes. Dort werden auch Videos gezeigt. Wer mitmachen möchte, kann dort auch direkt Kontakte knüpfen. Vertreter von Gemeinden sind herzlich eingeladen sich mit der Initiative Pumptrack auszutauschen. Infos auch bei Facebook: Pumptrack-Egelsbach-Langen-Dreieich.


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