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20.02.2020 erstellt von: Werner Weigand


Situation Bahnstraße

ADFC kritisiert Verkehrsregelung in der Bahnstraße - In West-Ost-Richtung kein Radweg mehr zwischen Kesslerplatz und Romorantin-Anlage.


Es hat uns sehr verwundert, dass eine Entscheidung zur veränderten Verkehrsregelung für Radfahrende in der Bahnstraße - eine der wichtigsten Langener Straßen - in der AG Verkehrslenkung getroffen wurde, ohne darüber am Runden Tisch Radverkehr zu sprechen und ohne betroffene Verkehrsteilnehmer zu hören. Immerhin empfiehlt die StVO bei Änderungen der Radwegbeschilderung, "Sachkundige aus dem Kreis der Radfahrer, Fußgänger und Kraftfahrer zu beteiligen". Ist der "Runde Tisch Radverkehr" nur eine Alibi-Veranstaltung?

Der Entfall des Verkehrszeichens Radweg in West - Ost Richtung zwischen Kesslerplatz und Romorantinanlage - bedeutet zunächst Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht. Das könnte zunächst von Vorteil sein, da schnelle Radler die Fahrbahn benutzen dürfen und langsame den bisherigen Radweg. Baulich sind Fußweg und Radweg zusammen ca. 3,10 m breit, das sind Mindestmaße. Einschränkungen gibt es z T an der Bushaltestelle Unser Verdacht: Man nimmt Regelverstöße von Kfz-Fahrern zum Anlass, Radfahrern Verkehrsfläche wegzunehmen, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass künftig das Parken auf Geh- und Radwegen durch die Änderung der StVO stärker sanktioniert wird und damit ja weitestgehend unterbunden werden soll. Langsamere und unsichere Radfahrer werden den Konfliktsituationen auf der Bahnstraße nicht gewachsen sein, wenn sie wegen Falschparkern auf die Fahrbahn ausweichen müssen und die Regelung nicht eindeutig erkennbar ist. Man hat den Radweg also nicht wegen baulicher Gegebenheiten, wie z.B. zu geringer Breite, entwidmet, sondern möglicherweise, um lästige Beschwerden von Radfahrern über Falschparker mit dem Argument entkräften zu können, dass es sich ja hier nicht um einen Radweg handelt. Und man missachtet, dass es sich bei der Bahnstraße um eine sehr stark - auch mit vielen ÖPNV- Bussen - befahrene Straße handelt, auf der auch viele Autos schnell fahren.

Rotgetöntes Pflaster hat leider in Langen inzwischen sehr unterschiedliche Bedeutung. Im westlichsten Teil der Bahnstraße handelt es sich inzwischen um Parkplätze, in der Walter-Rietig-Straße um einen Gehweg...usw.... D.h., es ist unklar, ob Radfahrende nun überhaupt weiterhin auf dem bisherigen Radweg fahren dürfen.

Es gibt weiterhin in Langen an einer Reihe von Stellen noch Radwegbenutzungspflicht, obwohl Radwege bzw. gemeinsame Fuß- Radwege zu schmal sind.

Fazit: Die Situation für Radfahrende hat sich damit im Bereich zwischen Kesslerplatz und Goethestraße gravierend verschlechtert. Ab Lichtburg-Kino gibt es dann wieder ein Stückchen mit Radweg­benutzungspflicht - mit unübersichtlicher Situation an der Bushaltestelle. I

Wir fordern unverzüglich:
- Ab Kesslerplatz bis obere Bahnstraße Höchstgeschwindigkeit 30 km/h.
- Beschilderung zwischen Kesslerplatz und Goethestraße "Gehweg, Radfahrer frei".
- Bauliche Maßnahmen im unteren Bereich (Poller o.ä., Beispiele gibt es in Frankfurt). Kraftfahrzeuge können bis 3 Minuten halten, aber bitte auf der Fahrbahn.
- Auch im Bereich Romorantinanlage Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht. Hier gilt das Gebot für Fußgänger, den weg in der Mitte der Anlage zu nutzen.

Auch in der Gegenrichtung ist Tempo 30 angesagt, hier sind uns eine Reihe von Unfällen und Beinahe-Unfälle bekannt, insbesondere, da PKW-Fahrer unachtsam die Tür öffnen und Radfahrende zu wenig Platz haben. Der Schutzstreifen liegt zu nah an den parkenden Autos und wird von den meisten Autofahrern ignoriert.


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