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17.05.2018 erstellt von: Werner Weigand


Egelsbach - Befahrung mit Politikern

Auf gemeinsame Initiative des künftigen Bürgermeisters von Egelsbach, Tobias Wilbrand und des Vorsitzenden des ADFC-Ortsverbandes Langen/Egelsbach Werner Weigand radelten 14 Egelsbacherinnen und Egelsbacher, darunter ADFC-Mtigleider sowie zahlreiche Poltikerinnen und Politiker, durch Egelsbach, um für Radfahrende besonders kritische Punkte in Augenschein zu nehmen. Die Fraktionen SPD, WGE (Wahlgemeinschaft Egelsbach) und Bündnis 90/ Die Grünen waren vertreten.


Ziel war zu schauen, wo Egelsbach für Radfahrende noch attraktiver und sicherer gemacht werden kann. Egelsbach ist von den Entfernungen her und da es weitgehend flach ist, ideal fürs Radeln. Schon in der Vergangenheit wurde einiges getan, um Radeln sicher zu machen. So gilt fast im gesamten Bereich des alten Ortes und in den neueren Wohnvierteln Tempo 30 km/h, eine wichtige Voraussetzung, dass die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Autos und Radfahrenden nicht zu groß wird.

ADFC-Mitglieder hatten 11 Punkte benannt, die aus ihrer Sicht kritisch sind. Tobias Wilbrand schlug eine Route vom Rathaus angefangen zu den benannten Stellen vor.

Erster Punkt war das sogenannte scharfe Eck an der Mündung von Schulstraße, Lutherstraße, Bahnstraße und Ernst-Ludwigstraße. Hier entstehen für Radler, vorallem Grundschulkinder aus dem Brühl, Umwege, die nicht angenommen werden. Wunsch ist Freigabe dieses Abschnitts für Radler in beide Richtungen, was jedoch auch besondere Markierungen und Regelungen erfordert, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Es wurde angeregt, alle Verbindungsstraßen zwischen dem durchlaufenden West-Ost- bzw. Ost-West-Einbahnstraßensystem Ernst-Ludwig-Straße/ Schulstraße für Radler in beiden Richtungen befahrbar zu machen. Bei der weiter östlich gelegenen Langener Straße, kam es drüber zu Diskussionen, da diese zwischen Ernst-Ludwig- und Schulstraße sehr schmal ist. Auf vergleichbare Situationen z B in Langen und Frankfurt, in denen trotz sehr wenig Raum Einbahnstraßen für Radler auch entgegen der Einbahnrichtung befahren werden dürfen, wurde hingewiesen. Aber mindestens in den Kreuzungsbereichen müssten Markierungen so vorgenommen werden, dass in die Straße einfahrende und ausfahrende Fahrzeuge ausweichen können. Die aktuelle Situation, nämlich Radler (vor allem Schüler) fahren regelwidrig durch die Einbahnstraße und dies "duldet" man stillschweigend, ist keine befriedigende Lösung.

Weitere Stationen waren die Ortsgrenze nach Langen und die Querungen der K 168. Die für Radelnde ebenso wie für Spaziergänger besonders gefährliche Kreuzung im Zuge der Schillerstraße soll durch einen Kreisel im Zuge der "Raddirektverbindung Frankfurt - Darmstadt" entschärft werden. Hier gibt es noch unterschiedliche Ideen. Die Planung wird aber in Kürze abgeschlossen und vorgestellt. Wichtig erschien den Teilnehmern, dass die Radler sicher in den Kreisel geleitet werden. Der Kreisel wird zwar im Rahmen der "Raddirektverbindung" finanziert, kommt aber allen Verkehrsteilnehmern zugute. Die Raddirektverbindung wird auch für den Bereich Schillerstraße/An der Molkeswiese Veränderung mit sich bringen, die die Regelungen für Radfahrer präzisieren. Derzeit erst benutzungspflichtiger seitlicher Radweg für beide Richtungen, dann haben die Radler die Wahl zwischen Straße und seitlichem Weg "Frei für Radler". Außerdem will sich der zukünfitge Bürgermeister dafür einsetzen, dass es für die Querung der K168 zwischen Buchenhöfen und Heidelberger Straße eine Bedarfsampel gibt - sie liegt im Schulweg zwischen Bayerseich in der Ortsmitte.

Letzte Stationen waren der Kreisel vor Bayerseich und schließlich der Kurt-Schumacher-Ring. Offiziell ist in jeder Richtung ein Radfahrstreifen bzw. ein Radweg vorhanden. Auf der Ostseite endet der Radfahrstreifen da, wo es eigentlich spannend wird. Rechtzeitig vor der Kreuzung mit der K 168 muss man sich auf eine der drei (!) Autospuren einordnen. Auf der Westseite befindet sich ein recht breiter Radweg. Dieser war mal für beide Richtungen frei. Das macht hier auch Sinn, denn wer z. B. beim Media-Markt eingekauft hat, will direkt zurück radeln und nicht erst die viel befahrene Straße queren, um sich dann an der genannten Kreuzung auf eine der Autospuren einzuordnen. Allerdings ist ein Zweirichtungsradweg im Bereich von Einfahrten zu den großen Geschäften nicht unproblematisch. Auch die Kreuzung des Fuß- und Radwegs mit der K 168 ist Diskussionspunkt.

Die Politiker wiesen darauf hin, dass es schon seit Jahren Pläne zur Umgestaltung gibt, aber nicht absehbar ist, ob und wann eine große Lösung kommt. Man war sich einig, dass kurzfristig mit Markierungen schon gewisse Verbesserungen möglich sein sollten. Diskutiert wurde auch über den für Radler nicht befriedigenden Bereich der Kreuzung K 168 / B 3. Hier liegt die Zuständigkeit beim Kreis bzw. beim Land - dieser Bereich könnte Thema bei der nächsten Verkehrsschau sein.

Fazit: Die gemeinsame Befahrung hat einige für Radfahrende schwierige Bereichen sichtbar gemacht. "Wenn da Lösungen einfach wären, hätte man die längst umgesetzt" meinte Herr Wilbrand. Aus seiner Sicht seien es wichtig, auch das Thema Nahmobilität inklusive des Fahrradverkehrs im Rahmen des geplanten Stadtentwicklungskonzepts zu beleuchten und grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Davon bleiben selbstverständlich kurzfristige Maßnahmen, die die Verkehrssicherheit erhöhen, unbenommen.


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