herbst
21.10.2018 erstellt von: Werner Weigand


Radschnellverbindung Frankfurt - Darmstadt

Radschnellverbindung – erster Abschnitt wird realisiert:
Am 20. September fand in der Stadthalle Langen eine Informationsveranstaltung und am 16. Oktober in Egelsbach der erste Spatenstich zum Bau der Radschnellverbindung Frankfurt-Darmstadt statt – man spricht auch vom „Radschnellweg“, wenn auch wegen örtlicher Zwänge nicht alle Kriterien für einen „Schnellweg“ eingehalten werden können.


Verkehrsminister Al Wazir erläuterte die grundsätzliche Bedeutung der Radschnellwege im Rahmen der Nahmobilitätsstrategie. Die Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, Kreis Offenbach erklärte, dass der Radverkehr ein zentraler Baustein im Leitbild Mobilität des Kreises Offenbach ist. Experten vom Fachbereich Bauingenieurwesen der
Hochschule Darmstadt begleiten das Projekt wissenschaftlich.
Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain-Südwest GmbH erläuterte die Planungen. Die Gesellschaft plant die Raddirektverbindung. „Die letztendliche Entscheidung, wo der Weg entlangführt, haben die Kommunen“. Statt langwieriger Planfeststellungsverfahren setzt er auf eine abschnittsweise Umsetzung und die Mitwirkung der Kommunen. Anschließend gab es durch Planer des beauftragten Ingenieurbüros weitere Erläuterungen auf einer Radtour entlang der Trasse von Langen bis Darmstadt-Wixhausen. Für diesen Abschnitt gibt es vollen Konsens und die Planungen sind weit fortgeschritten. Oft werden bestehende Feldwege genutzt, auch die Wege durch den Wald sollen asphaltiert werden. Fußgänger und Radfahrende sollen weitgehend getrennte Wege nutzen.
Kurven werden so trassiert, dass sie von den Radfahrenden schnell durchfahren werden können. Mit LED - Photovoltaik-Beleuchtungs-anlagen, die nur leuchten, wenn Radfahrende vorbeikommen, soll der Radweg außerorts beleuchtet werden. Einige dieser Lampen sind südlich Egelsbach testweise installiert. Ein heller Belag soll die Orientierung bei Dunkelheit erleichtern. An überdachten Servicestationen sollen die Nutzer ihre Räder reparieren können.
Allerdings kann der Radweg nicht durchgängig vier Meter breit sein, etwa am Bahnhof Wixhausen oder im Süden Langens (Verbindung von Im Wiesengrund / Goethestraße zur zum Leukertsweg). Am 16. Oktober begannen die Bauarbeiten mit dem ersten Spatenstich für den ersten, knapp drei Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Darmstadt-Wixhausen und Egelsbach.

Bis Mai soll der Abschnitt fertig sein, parallel laufen die Planungen für die weiteren Bauabschnitte durch die insgesamt sieben Kommunen. Der gesamte Weg Frankfurt-Darmstadt mit einer Länge von 30,7 Kilometern soll bis 2022 fertig gestellt sein. Der erste Abschnitt soll ca. 3,5 Mio € kosten. Das Land beteilige sich mit rund 70 Prozent an den Kosten. So weit wie in NRW, wo Rad-schnellwege wie Landesstraßen finanziert und instandgehalten werden, wollte Minister Al Wazir keine Zusagen machen.
Seitens der ADFC-Vertreter wurde die Sicherstellung der Instand-haltung der Radwege und der Beschilderung angemahnt. Man erinnert sich an das Negativ-beispiel des Radwegs von Frankfurt an den Langener Waldsee, der einst mit großem Pomp eröffnet wurde und inzwischen nicht mehr zu erkennen ist.

Die Raddirektverbindung in Langen

Vom Land als Zuschussgeber gibt es die Vorgabe: Die gesamte Route mit Zustimmung aller beteiligten Kommunen muss als ein Paket eingereicht werden. Ockel hatte daher in allen betroffenen Gemeinden für den Radschnellweg geworben und alle haben positive Beschlüsse gefasst.
In Langen fand der Meinungs-bildungsprozess zur Trassenführung in 2016 und 17 statt. Statt der ursprünglich von der Hochschule Darmstadt geplanten Trasse über die Heinrich- Bahn- und Zimmer-straße, die vom ADFC abgelehnt worden war, hat sich der Bauausschuss im November 2017 einstimmig für die Routenführung östlich der Bahnlinie ausgesprochen: Von Dreieich kommend ab Modellflugplatz über vorhandene Wege zur Liebigstraße unter der Brücke der B 486, dann (4 m breit) parallel zur Bahn westlich der Liebigstraße, zum Bahnhof weiter auf der Bahnhofsanlage und dann auf dem Weg parallel zur Bahn bis zum südlichen Teil der Walter-Rietig-Straße – Im Wiesengrund - - Sterzbachwiesen und zum Leukertsweg auf vorhandenen Wegen, die auf 5 m verbreitert, asphaltiert und beleuchtet werden bis zur Holzbrücke zwischen Langen und Egelsbach.
Im Bauausschuss war auf Betreiben der CDU beschlossen worden, gleichzeitig die Radwege westlich der Gleise als Zubringer auszubauen, was der ADFC sehr begrüßt, zumal die vielen Arbeitsplätze im Neurott damit besser erschlossen werden.
Die Querung der Liebigstraße soll zunächst durch eine Mittelinsel erleichtert werden. Ziel ist aber hier eine Brücke unmittelbar parallel zur Bahn – eine optimale und für die Radler sichere Lösung.
Kritischster Punkt in Langen ist der Bahnhofsvorplatz. Hier hat nach Aussage der städtischen Planerin Christina Krüger die Stadt eine Studie zur Gestaltung in Auftrag gegeben. Wegen der zahlreichen Busse und Fußgänger werden hier die Radfahrenden langsam fahren müssen – dabei ist zu bedenken, dass der Bahnhof auch ein wichtiger Zielpunkt der Radler ist, der durch ein Fahrradparkhaus noch attraktiver werden soll. Ein weiterer Engpass wird bleiben: Der Durchgang zur Sterzbachwiese an der Goethestraße kann nur auf 2 bis 2,50 m verbreitert werden.
Die Holzbrücke nach Egelsbach über das Naturschutzgebiet wird 3 m breit bleiben.

Aus Sicht des ADFC ist für Langen das Bestmögliche erreicht worden. Langen kann auf kurzem Weg flott durchquert werden. Über die Anschlüsse am Modellflugplatz von Norden und den Leukertsweg von Süden werden Stadtmitte und die weiterführenden Schulen direkt über befestigte Wege mit nur minimalem Autoverkehr an den Schnellweg angeschlossen.
Einmal fertig gestellt, soll die Radverbindung vom Frankfurter Holbeinsteg bis zum Darmstädter Hauptbahnhof führen. Zwar folgt die Strecke meist dem Verlauf der Bahntrasse, doch gibt es einen Umweg durch die Ortsmitte von Sprendlingen. Ockel und auch der Dreieicher Stadtrat Burlon sagten dem Langener ADFC-Vorsitzenden zu, dass sie eine Umfahrung Sprendlingens im Auge behalten. Wer von Langen nach Frankfurt radelt, will nicht durch Sprendlingen, sondern an der Bahn entlang möglichst durch den Wald fahren. Eine solche Umfahrung muss zunächst nicht den vollen „Radschnellweg-standard“ haben, der heutige Zustand (z.T. Schotterpiste) ist allerdings völlig unbefriedigend.
Die Bauarbeiten in Langen sollen 2019 beginnen.

Die Raddirektverbindung in Egelsbach

In Egelsbach ist die Planung weit vorangeschritten. Der Weg ab der Holzbrücke wird ausgebaut. Auf der Georg-Wehrsarg-Straße wird der Radschnellweg jeweils in einer Richtung seitlich geführt, dies setzt sich in der Schillerstraße bis zur Kreuzung mit der K 168 fort.
Zur Querung der Kreisstraße wird ein Kreisel gebaut. Die Radler können – unter Beachtung der Vorfahrt – zügig durch den Kreisel fahren. Vorsichtige Gemüter können die seitliche Querungshilfe nutzen, die vor Allem den vielen Fußgängern einen sicheren Weg über die heute gefährliche Kreuzung bietet. Weiter geht es auf dem auf 4 m verbreiterten Feldweg, der zusätzlich einen seitlichen, 1,50 m breiten Fußweg erhält. Ca. 180 m nach dem Kreisel biegt der Radweg ab und verläuft dann parallel zur Bahn bis zur Hegbachbrücke zur Grenze nach Erzhausen, die verbreitert wird.


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