gruenradeln
01.03.2019 erstellt von: Werner Weigand


ADFClerInnen kritisieren auf JHV Politiker

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung kam es zu einer heftigen Diskussion zur Verkehrspolitik in Langen und Egelsbach.


In einem Brief an die Fraktionen im Langener Stadtparlament wurden die Kritikpunkte beschrieben:

Der ADFC Langen/Egelsbach hatte vor ca. 2 Jahren das Radverkehrskonzept für Langen überarbeitet und dieses u.a. den Fraktionen des Langener Stadtparlaments vorgestellt. Nun wurde die Thematik auf unserer Mitgliederversammlung intensiv diskutiert. Die Mitglieder haben Ihre Enttäuschung deutlich gemacht, dass in Langen in einer Zeit, in der über „Verkehrswende“ und CO2 Einsparungen diskutiert wird, zu wenig für den Radverkehr getan wird. Sie haben den ADFC-Vorstand aufgefordert, nachhaltig gegenüber den Politikern und in der Presse und der Öffentlichkeit mehr Engagement für den Radverkehr zu fordern.

Die größte Enttäuschung ist die Ablehnung (bzw. offiziell „Verschiebung auf die lange Bank“) der Verlängerung der im Bereich Schillerstraße – Albertus-Magnus-Platz vorhandenen Fahrradstraße in Ost – West – Richtung bis zur Bahn und in die Altstadt. Es wurde viel Unverständnis geäußert: „Wenn Langen in Zeiten der Hochkonjunktur nicht investiert, wie soll das erst werden, wenn die Wirtschaft etwas schlechter läuft?“

Die von der Verwaltung schon durchgeplante Fahrradstraße als Parallele zur Bahnstraße hat umso mehr Bedeutung, als der Zustand der oberen Bahnstraße nach wie vor völlig unbefriedigend ist. Auch die Situation auf der unteren Bahnstraße ist nicht optimal: Dort hat es beim Befahren des Radfahrstreifens in Ost-West-Richtung wegen versehentlich geöffneter Autotüren schon mehrfach Unfälle gegeben und in West – Ost-Richtung sind auf dem Radweg haltende Autos (Lieferdienste, Einkäufer) ein ständiges Ärgernis. Vom versprochenen Eingreifen des Ordnungsdienstes ist nichts zu merken.

Ein Mitglied aus dem Bereich Elisabeth-Seibert-Allee – Zinkeysenstraße schilderte plastisch die Situation für Radfahrende in Langens neuen Vierteln: es vermisst die Anbindung durch attraktive Radverbindungen z.B. in Richtung Stadtmitte oder Bahnhof und zu den Einkaufsmärkten

Im Rahmen des Dialoges mit den Fraktionen vor zwei Jahren wurden Ergänzungen der Stellplatzsatzung hinsichtlich Qualität und Quantität der Abstellplätze für Fahrräder vorgeschlagen, die auch weitestgehend in der gültigen Satzung berücksichtigt wurden. Leider hat man nicht den Eindruck, dass die verbindlich vorgeschriebenen Standards bei den zur Zeit entstehenden Neubauten genügende Berücksichtigung finden.
Für Radabstellanlagen hat man vor einigen Jahren einiges getan. Aber auch da gibt es noch Verbesserungsbedarf. So sind die Fahrradständer auf dem neuen Parkplatz zwischen ZenJA, Kindergarten und Kraftsportzentrum zu weit von diesen Einrichtungen entfernt und häufig von Autos zugestellt. Von den Stadtverordneten erwarten wir, dass sie die Sinnhaftigkeit bei den Ausgaben im Auge behalten.
Zu unserem Radverkehrskonzept für Langen aus dem Jahr 2017 hat der ADFC keine offizielle Reaktion erhalten. Man hat nicht erwartet, dass dieses auf einmal umgesetzt werden kann, aber der ADFC vermisst konkrete Schritte. Für mehr Engagement der Politik für den Radverkehr sehen die ADFC- Mitglieder noch erheblichen Spielraum.
Es bleibt die Hoffnung, dass wenigstens die Radschnellverbindung Frankfurt – Darmstadt im Bereich Langen zügig realisiert wird und auf einen Gesinnungswechsel bei der Ost-West Fahrradstraße.


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