Situation Bahnstraße - Thesen zur Bahnstraße

Der ADFC kritisiert die Verkehrsregelung in der unteren Bahnstraße.

Der ADFC begrüßt den Versuch zur Belebung der oberen Bahnstraße. ADFC Mitglied Jörg Berkes macht weitergehende Vorschläge. Er hat dazu 20 Thesen entwickelt (s. unten).

Bahnstrasse-Nudelaktion
Bahnstrasse-Nudelaktion

Der ADFC kritisiert die Verkehrsregelung in der unteren Bahnstraße - In West-Ost-Richtung kein benutzungspflichtiger Radweg mehr zwischen Kesslerplatz und Romorantin-Anlage. In Ost-West-Richtung kein Abstand des Radfahrstreifens zu parkenden Autos (Dooringzone fehlt). Die Forderung: Durchgehend Tempo 30.




Der ADFC begrüßt den Vorstoß zur oberen Bahnstraße. Einbahnstraße mit Tempo 20 und Freigabe für Radfahrende in beide Richtungen sind wichtige Elemente zur Beruhigung und Steigerung der Aufenthaltsqualität. Der ADFC vermisst ein Parkkonzept und ist der Meinung, dass es zu viele Parkplätze und damit Parksuchverkehr gibt. Mit Ausnahme von Behindertenparkplätzen sollte der Parkverkehr auf den Jahnplatz und in die Hinterhöfe gelenkt werden.

20 Thesen zur Oberen Bahnstraße
(und zur Einkaufsstadt Langen)

A) Einleitung
Es scheint Einigkeit zu bestehen, dass bei der „Oberen Bahnstraße“ (zwischen Zimmerstraße und Lutherplatz) Handlungsbedarf besteht, damit diese ihrer Rolle als „Einkaufsmeile“ gerecht werden kann. Da die Bauarbeiten in diesem Abschnitt und die damit einhergehenden Verkehrsbeschränkungen voraussichtlich noch zwei Jahre dauern, ist jetzt die Zeit, sich zur Zukunft dieses Abschnitts Gedanken zu machen und die Überlegungen breit abzustimmen. Dabei ist wichtig, dass die Ziele klar sind, um die Maßnahmen daran orientieren zu können. Nachfolgend sind solche Ziele formuliert – in Thesenform. Dabei sind auch frühere Überlegungen zur Umgestaltung der Oberen Bahnstraße und Anregungen aus verschiedenen Gesprächen eingeflossen.
Jede These und jede Begründung sollen zur weiteren Diskussion und Ergänzung einladen und am Ende der Diskussion auch in den Planungen der Stadt Langen Berücksichtigung finden.
Von Seiten der Stadt sollten verschiedene Wege gewählt werden, um vor einer Entscheidung die Meinungen der BürgerInnen einzuholen. Dabei sollte u. a. zumindest eine offene Gesprächsrunde in der Stadthalle mit Vertretern aller für die Entscheidungsfindung wichtigen Beteiligten vorgesehen werden.
Die Thesen nehmen zunächst nur die Obere Bahnstraße in den Blick, richten den Blick aber auch auf weitere Einkaufsmöglichkeiten in Langen.
Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen ist, dass die Obere Bahnstraße für den motorisierten Verkehr (einschließlich Busverkehr) Einbahnstraße wie derzeit bleibt. Die Einrichtung einer Fußgängerzone wird – jedenfalls derzeit – nicht näher betrachtet.

B) Thesen

1. Obere Bahnstraße für Menschen, nicht für Verkehrsmittel planen!
Die Obere Bahnstraße soll den Menschen dienen und nicht den Verkehrsmitteln! Der Verkehrsmix in der Oberen Bahnstraße muss sich daran ausrichten, dass er den Menschen (Anwohnern, Ladenbesitzern einschließlich Arztpraxen, Kunden) Nutzen schafft. Privater Durchgangsverkehr (ohne Quelle/Ziel Obere Bahnstraße) und Parkplatzsuchverkehr machen einen großen Teil des Verkehrs aus und sollten aus der Oberen Bahnstraße weitgehend herausgehalten werden.
Langen ist eine Stadt der kurzen Wege. Bei der Planung des zukünftigen Verkehrsträgermixes in der Oberen Bahnstraße sollte diesem Umstand entsprechend Rechnung getragen werden.
a) FußgängerInnen
In einem Abstand von 500 m wohnen einige Tausend LangenerInnen. Diese Menschen bilden das Potential für Einkäufe ohne weitere Verkehrsmittel. Soweit diese Personen mobilitätseingeschränkt sind, sollten individuelle, nicht motorisierte Angebote vorgesehen werden, um diesen den Weg von und zur Oberen Bahnstraße zu ermöglichen.

Aber auch alle anderen, mit sonstigen Verkehrsmitteln zur Oberen Bahnstraße Kommenden sind dort FußgängerInnen. Deshalb ist es wichtig, ausreichend Platz zum Einkaufen und zum sicheren Überschreiten der Fahrbahn zu schaffen. Darüber hinaus ist es wichtig, Raum zum Ausruhen (Bänke im öffentlichen Raum, aber auch Sitzgelegenheiten im gastronomischen Bereich), aber auch zur Unterhaltung mit Bekannten, ohne dass man den Fußgängerfluss stört, zu schaffen. Dieser Raum sollte durch teilweisen Verzicht auf Parkplätze und ggf. Umwidmung von einem Teil der Straßenfläche, der aufgrund der nachfolgend vorgeschlagenen Einbahnstraßenregelung nicht mehr benötigt wird, geschaffen werden.

b) RadfahrerInnen (auch solche mit Anhängern und Lastenfahrrädern)
In Langen ist das Fahrrad ein gern genutztes Verkehrsmittel, auch für das Einkaufen.
Für größere Lasten bieten Fahrradanhänger Optionen, in zunehmendem Maß auch Lastenfahrräder. Der ADFC Langen/Egelsbach wirkt an einer weiteren Popularisierung dieser Transportmittel mit.
Gerade für den Radverkehr, der die Obere Bahnstraße als Ziel hat, sollten dort gute Voraussetzungen geschaffen werden. So sollten geeignete Fahrradständer in ausreichender Anzahl und an geeigneter Stelle vorhanden sein. Bisher für Pkws genutzte Parkplätze oder zusätzliche Flächen sollten auch für Lastenfahrräder zur Verfügung stehen. Möglicherweise könnten die Läden in der Oberen Bahnstraße ein Lastenfahrrad kaufen oder zumindest zweitweise mieten, um Kunden eine umweltfreundliche Transportmöglichkeit zu bieten. Zu diesem Thema bietet sich der ADFC Langen/Egelsbach als Ansprechpartner an.

Wichtig ist dabei, dass Radfahren in der Oberen Bahnstraße „sicher“ ist, z. B. durch Geschwindigkeitsbeschränkungen, Beschilderungen und Markierungen. Dies muss im Rahmen von Detailplanungen konkretisiert werden.

c) Busverkehr
Die Bahnstraße ist in beiden Richtungen durch die Haltestellen Lutherplatz und Ludwig-Erk-Schule angebunden. Von einem der beiden Haltestellen liegt jeder Punkt der Oberen Bahnstraße in einer Entfernung vom max. 300 Metern. Nimmt man die Haltestelle „Post“ dazu liegt jeder Punkt in einer Entfernung von max. 200 Metern. Belässt man es bei der derzeitigen Einbahnstraßenregelung für Busse verschlechtert sich die „Erreichbarkeit jeden Punktes“ dadurch um höchstens 100 Meter. Dies erscheint zumutbar.

d) Autoverkehr (und sonstiger motorisierter Verkehr)
Es gilt, den „unnötigen“ Verkehr in der Oberen Bahnstraße zu vermeiden. Dazu gehören Durchgangs- und Parkplatzsuchverkehr.

(1) Durchgangsverkehr
Durchgangsverkehr sollte durch entsprechende Beschilderung weitgehend umgelenkt werden; eine 20 km/h-Zone und eventuell bauliche Maßnahmen sollten diesen verkehrlich unattraktiv machen. Durch Ausbau des parallelen Ost-West-Fahrradwegs durch Zimmerstraße, Neckarstraße und Wiesgäßchen lässt sich auch Fahrrad-Durchgangsverkehr teilweise sinnvoll umleiten.
(2) Parkplatzsuchverkehr
Es gibt kein „Recht auf Parken vor dem Geschäft“. Parkmöglichkeiten sollten aber insbesondere für mobilitätsbeschränkte Personen vorhanden sein, dazu Kurzzeitparkplätze. Ein Missbrauch als Langzeitparkplatz wäre von der Ordnungsbehörde zu ahnden.
Für AutofahrerInnen mit dem Ziel Obere Bahnstraße sollte eine ausreichende Zahl an Parkplätzen in fußläufiger Entfernung vorhanden sein. Diese Parkplätze müssen als Einheit betrachtet und durch ein elektronisches Parkleitsystem verbunden werden. Auch temporär (z. B. am Wochenende) nutzbare Flächen könnten einbezogen werden.
Ob der Parkplatzsuchverkehr sich ohne weitere steuernde Maßnahmen selbst sinnvoll reguliert, sollte ermittelt werden. Ansonsten sollten steuernde Maßnahmen ergriffen werden.
Für Einkäufe in der Oberen Bahnstraße nutzbare Parkplätze mit geringem Abstand zur Oberen Bahnstraße sind:
• Parkplatz Jahnplatz, bei Bedarf evtl. mit einer zusätzlichen Parkebene
• Bestehender Parkplatz seitlich der Taunusstraße
• Weitere Parkplätze zwischen Häuserzeilen, jedenfalls an Tagen, an denen diese nicht anderweitig benötigt werden. Dieser Punkt sollte – vielleicht in einer Arbeitsgruppe - gesondert mit den Eigentümern vertieft besprochen werden.
• Evtl. neue Parkplätze (z. B. in der Rewe-Tiefgarage)
Von diesen Parkplätzen ist jeder Punkt der Bahnstraße in wenigen Metern zu erreichen.
• Auch weiter entfernte Parkplätze (z. B. am Rathaus, an der Neuen Stadthalle) könnten in die Betrachtung einbezogen werden als „Parkplätze für sportliche Einkäufer“.
Durch Fragebögen sollte ermittelt werden, zu welchem Zweck und wie lange Parkplätze in der Oberen Bahnstraße derzeit genutzt werden und ob und durch welche Anreize eine Nutzung anderer Parkplätze erreicht werden kann.

2. Mobilität insbesondere für Kunden der Oberen Bahnstraße verbessern!
Die Mobilität für Kunden der Oberen Bahnstraße und für andere Teile der Einkaufsstadt Langen sollte verbessert werden.
Möglichweise können Buslinienführungen zwischen Einkaufs- und Wohngebieten sowie Taktanpassungen hierfür helfen. Jedenfalls an Aktionstagen (siehe dazu unten) könnten hier auch „Einkaufsbuslinien“ vorgesehen werden. Diese sollten zumindest das Einkaufszentrum am Bahnhof, Kaufhaus Braun und die Winkelwiese verbinden, vielleicht auch die Märkte in Neurott. Eine Weiterführung der Buslinien zu eventuellen Park&Ride-Plätzen sollte in die Überlegungen einbezogen werden. Die Nutzung der „Einkaufsbusse“ könnte entweder (mit entsprechender Förderung und während einer Testphase) kostenlos sein oder die Geschäfte erklären sich bereit, bei einem Kauf im jeweiligen Geschäft die Ticketkosten (teilweise) zu übernehmen.
Daneben kann ein Leihkonzept für Lastenfahrräder überlegt werden. Für mobilitätsbeschränkte Personen (auch für den Weg von der Bushaltestelle zur Arztpraxis) könnte ein „Dreirad-/Rikschaservice“ eingerichtet werden. Als Standort kommt der umgebaute Lutherplatz (in der Nähe der Bushaltestelle) in Betracht Eine Finanzierung könnte z. B. durch Umlagen der Arztpraxen, der Apotheken, der Nutzenden oder z. B. durch die Bürgerstiftung Langen erfolgen. Zunächst wäre - während einer beworbenen Testphase - zu ermitteln, ob ein solcher Bedarf besteht.
Auch mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum sind hilfreich für mobilitätseingeschränkte Personen.

3. Den Verkehrsmix in der Oberen Bahnstraße optimieren!
Derzeit bestehen für die verschiedenen Nutzergruppen Gefahrenpotentiale, die es zu beseitigen, zumindest zu reduzieren gilt. Hier sollte eine klare Trennung der einzelnen Verkehrsarten mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit, auch für Radfahrende, vorgesehen werden. Für ein Shared Space-Konzept dürfte auch der verbleibende Verkehr zu umfangreich sein.
Es sollte ein erheblicher Flächenanteil zusätzlich für Fußgänger reserviert werden. Die linksseitigen Parkplätze (Richtung Lutherplatz betrachtet) sollten entfallen. Die verbleibenden Parkplätze auf der rechten Seite sollten primär für mobilitätsbeschränkte Personen und für Kurzparker (15 oder 30 Minuten) reserviert werden.

4. Die Bauphase als Testphase für mögliche Änderungen nutzen!
Durch mehrere Bauprojekte in der Oberen Bahnstraße ist diese für einen längeren Zeitraum Einbahnstraße. Dabei dürfte ein Gewöhnungseffekt eintreten und die Forderungen, danach die Einbahnstraßenregelung aufzuheben, geringer sein.
Gegen Ende der jetzigen Bauphase oder im Anschluss daran sollte die Akzeptanz für eine Beibehaltung der Einbahnstraßenregelung getestet werden. Dabei soll eine testweise provisorische Umgestaltung, die die zukünftige Funktion bereits erkennen lässt, realisiert wird. Dies soll durch Markierungen, Abgrenzungen z. B. durch Blumenkübel, Beschilderungen, aber auch durch entsprechende Nutzungen und Aktionen zumindest simuliert werden. Dabei sollen verschiedene Alternativen getestet werden.

5. Einbahnstraßenregelung beibehalten!
Die Einbahnstraßenregelung sollte beibehalten werden! Denn dadurch wird Platz gewonnen für eine anderweitige Nutzung, die den Menschen in der Oberen Bahnstraße zugutekommt. Eventuelle konkrete Verschlechterungen gegenüber der früheren Situation in Einzelfällen (z. B. bzgl. Erreichbarkeit von Arztpraxen) sollten erfragt und Lösungen gesucht werden, ggf. durch ergänzende Mobilitätsangebote.

6. Konzept für Obere Bahnstraße mit LangenerInnen entwickeln!
Das Konzept zur weiteren Gestaltung der Oberen Bahnstraße muss primär von LangenerInnen entwickelt werden und nicht mit Hilfe von Gutachtenbüros von außen.
Das bedeutet, dass die Stadt allen Beteiligten und Interessierten vor einer Festlegung die Möglichkeit bieten muss, ihre Anregungen und Ideen einzubringen. Auf der Oberen Bahnstraße selbst sollten die Überlegungen an festen Infotafeln dargestellt und die NutzerInnen aktiv um Anregungen gebeten werden.

7. Geschäfte in der Bahnstraße in jeder Phase bei der Planung einbeziehen!
Die Rolle der Oberen Bahnstraße speist sich wesentlich aus den dort ansässigen Geschäften und auch Arztpraxen. Damit dies so bleibt und noch weitere Geschäfte dazu kommen, muss jegliche Planung diese Interessen von vornherein berücksichtigen. Dabei sollte Raum für eigene Ideen und Initiativen der Geschäfte belassen werden, aber auch die Obere Bahnstraße und auch die Wassergasse sowie weitere Einkaufsorte in Langen als Einheit betrachtet und geplant werden.

8. Obere Bahnstraße als Teil des Einkaufszentrums Langen betrachten!
Die Obere Bahnstraße als Einkaufsstraße ist als Teil des „Einkaufszentrums Langen“ zu betrachten. Für das „Einkaufszentrum Langen“ sollte es ein „Einkaufszentrumsmanagement“ geben – analog des Centermanagements in den sogenannten Einkaufszentren. Der langenweite Slogan „So gut, so nah, so Langen“ ist bereits eine gute Basis für eine gemeinsame Identität der Langener Geschäfte. Es ist zu prüfen, ob und wie man Ketten (Discounter, Baumärkte, aber auch Bäckereien) inhaltlich und finanziell einbeziehen will bzw. kann. Ein wesentliches Augenmerk sollte auf die einheimischen Langener Geschäfte gelegt werden.

9. Regelmäßige Aktionstage durchführen!
Mindestens einmal im Monat (außerhalb des Winters) soll es einen „Aktionstag am Samstag“ (neudeutsch Event Saturday) geben. Hier sollte ein vom Zentrumsmanagement organisiertes Glanzlicht organisiert werden. Das kann ein Musikbeitrag, eine Signierstunde, etc. sein. Es könnte auch ein „Das andere Langen“-Tag werden, wo sich Langen bei Bremerhaven oder Langen am Arlberg präsentieren. An diesen Aktionstagen sollten alle Geschäfte bis mindestens 16 Uhr öffnen. Eventuell sollte an diesen Tagen die Obere Bahnstraße zur Fußgängerzone werden.
Aktionen könnten - basierend auf einer Kooperation - abwechselnd in Langen, Egelsbach, Dreieich und Neu-Isenburg stattfinden.
Der Langener Einkaufsgutschein sollte noch stärker genutzt werden, um Umsatz in Langen zu fördern; dabei können Gewinnspiele als Anreiz vorgesehen werden.
Als Preise bei Veranstaltungen (z. B. bei Vereinsturnieren wie dies der Schachklub Langen gehandhabt hat) sollte die Langencard verstärkt eingesetzt werden. Das hilft, Umsätze in Langen zu fördern.
An Eventtagen könnten Gewinnspiele, bei denen man Informationen in verschiedenen Schaufenstern sammeln muss, integriert werden.

10. Lutherplatz für Menschen umgestalten!
Der Lutherplatz sollte nicht mehr als Kreisverkehr gestaltet werden, sondern einen Charakter als Platz erhalten – mit Grün und Bänken und der Möglichkeit entsprechender Nutzungen. Gastronomische Angebote auf neu gewonnenen Flächen dienen der Belebung.
Die Lage der Bushaltestellen und die Anbindungen der zulaufenden Straßen sollten im Rahmen eines umfassenderen Verkehrskonzeptes überprüft werden.

11. Mehr Platz und mehr Anreize für Gastronomie schaffen!
Zur Aufwertung der Oberen Bahnstraße sollten mehr gastronomische Angebote geschaffen werden. Auch kleinere, ggf. mobile Angebote, z. B. ein Crepestand, könnten ein Anlaufpunkt auch für Jüngere sein.
Eventuell können diese Angebote auch teilweise hinter den Häuserzeilen entstehen. Das Eckhaus Zimmerstraße/Bahnstraße sollte in Abstimmung mit den Eigentümern unter diesem Aspekt betrachtet werden. Inwieweit Öffnungszeiten in die Nacht hinein reichen sollen, um mehr Leben in die Innenstadt zu bringen oder ob die Gastronomie im Interesse der AnwohnerInnen früher schließt, wäre mit den Beteiligten zu erörtern.

12. Weitere Funktionen für Einkaufende bereitstellen!
Hierzu gehören z. B. Schließfächer, um Gepäck während weiterer Einkäufe deponieren zu können.
Zwischen Lutherplatz und Bahnhof fehlen öffentliche Toiletten. Diese verursachen allerdings erhebliche Unterhaltskosten. Diese Gelder könnten alternativ eingesetzt werden, um ein verstärktes Angebot an „netten Toiletten“ zu fördern. Ein entsprechendes Angebot sollten mit den Geschäften entwickelt und auch in den Stadtplänen ausgewiesen werden.
Am östlichen und am westlichen Ende der Bahnstraße sollten Informationstafeln zur Orientierung aufgestellt werden, in denen die Geschäfte und auch die netten Toiletten dargestellt sind.
Die Möglichkeit, dass Kinder betreut werden, während die Eltern einkaufen, sollte – jedenfalls an den Aktionstagen - geschaffen werden. Konkrete Überlegungen hierzu gibt es. Zu diesem Zweck könnten auch die Langener Vereine oder Institutionen Schnupperangebote für Kinder anbieten.
Auch Verweilflächen mit Bänken/Sitzgelegenheiten sowie ausreichend Abfallbehältern, idealerweise mit Mülltrennung, sollten vorgesehen werden.

13. Obere und untere Bahnstraße besser verknüpfen!
Zwischen den Geschäften der Oberen Bahnstraße und der unteren Bahnstraße mit dem Kaufhaus Braun sollte eine Verknüpfung bestehen. Diese kann durch Verkehrsmittel geschaffen werden. Aber auch die Romorantin-Anlage und die Long-Eaton-Anlage können eine solche Verknüpfung herstellen. Hierzu müsste ein Anreiz geschaffen werden, dass Passanten diesen Weg zu Fuß zurücklegen. So könnte der Markt vom Jahnplatz hierher verlegt, ein Flohmarkt angeboten werden oder eine sonstige interessante Nutzung der Fläche vorgesehen werden. Auch auf dem verbreiterten Bürgersteig sind weitere Nutzungen denkbar.
Gerade bei einer gesteigerten Nutzung der Fläche ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h geboten.

14. Obere Bahnstraße mit Wassergasse „verbinden“!
Auch in der Wassergasse „als Verlängerung der Oberen Bahnstraße“ finden sich einige Geschäfte, die von der Aufwertung der Oberen Bahnstraße mit profitieren sollten. Hier sollte über die Rheinstraße eine Verbindung geschaffen werden – zumindest optisch, wenn möglich baulich. Dazu wird zusätzlicher Platz benötigt, eventuell durch Entfall einzelner Parkplätze in der Rheinstraße.
Über die Wassergasse besteht eine Verbindung zur Obergasse, die Geschäfte in der Fahrgasse und zum Wilhelm-Leuschner-Platz, über den parallelen Rad-/Fußgängerweg (bei Tegut) ebenfalls eine Verbindung zum Wilhelm-Leuschner-Platz mit dortiger Gastronomie und der Stadtkirche
Ein weitergehender Ansatz könnte dabei auch im Rahmen eines umfassenden Konzepts darin liegen, die Rheinstraße in Richtung Dieburger Straße zur Einbahnstraße umzugestalten und für die Gegenrichtung die Einbahnstraßenregelung in der August-Bebel-Straße zu drehen. Die Buslinien Richtung Lutherplatz würden dann durch die August-Bebel-Straße geführt; Parkplätze in der August-Bebel-Straße müssten dann entfallen. Dies würde die Umgestaltung des Lutherplatzes vereinfachen. Ein solcher Gedanke bedarf zunächst einer vertieften Betrachtung der Verkehrsströme. Möglicherweise könnte so der Busverkehr von Norden Richtung Egelsbach über eine Schleife durch die August-Bebel-Straße den Lutherplatz und somit die Innenstadt anbinden.

15. Mehr Grün in der Oberen Bahnstraße
Die Häuserfronten in der Oberen Bahnstraße wirken nicht sehr einladend. Urbanes Grün würde hier zu einer Bereicherung beitragen und die Aufenthaltsqualität und die Luftqualität verbessern. Hierzu gibt es auch Förderprogramme. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Langen könnte hier zudem einen Beitrag leisten.

16. Obere Bahnstraße zur Marke machen, ggf. mit Toren!
Die Obere Bahnstraße sollte eine „Marke“ werden! Der Name „Bahnstraße“ wirkt zu diesem Zweck „blass“. Eine andere Bezeichnung sollte die Funktion verdeutlichen (wie z. B. „Fressgass“ in Frankfurt). Ein Ideenwettbewerb der Langener Bürger bringt hierfür sicherlich gute Ansätze.
Man könnte auch den Straßennamen aktiv aufgreifen, z. B. mit dem Slogan „Beim Aktionstag ist die Bahnstraße eine Bahnstraße“. Dabei könnte eine (elektrisch betriebene) Touristen-Eisenbahn (als Alternative bzw. Ergänzung zum Einkaufsbus und als Kinderbelustigung) durch die Obere Bahnstraße und an andere (Einkaufs-)Orte in Langen fahren.
Der Erkennbarkeit als Einkaufsstraße könnte es dienen, wenn an beiden Enden der Oberen Bahnstraße, ggf. unter Einbeziehung der Wassergasse „Tore“ realisiert werden, ggf. als temporäre Installation. Diese könnten (mit einem elektronischen Laufband) auf Neuigkeiten und Angebote aus der gesamten Einkaufsstadt Langen hinweisen und mittels Werbung (teil-)finanziert werden.

17. Entfall der Haltestelle Post in Richtung Bahnhof prüfen!
In Fahrtrichtung zum Bahnhof entfällt die Haltestelle „Post“ in der Oberen Bahnstraße. Die beiden verbleibenden Haltestellen am Lutherplatz und an der Ludwig-Erk-Schule reichen grundsätzlich für die Bedienung der Oberen Bahnstraße. Durch Sitzgelegenheiten oder einen oben angesprochenen Radservice können die ggf. etwas verlängerten Distanzen zwischen Bushaltestelle und einem Ziel in der Oberen Bahnstraße relativiert werden. Ob zusätzlich eine Haltestelle in der Gartenstraße eingerichtet werden soll, bleibt zu prüfen.

18. Kostenobergrenze festlegen! Nur bei Co-Finanzierung überschreiten!
Investitionen in der Oberen Bahnstraße und deren Umgebung müssen haushaltsverträglich sein. Eine Kostenüberschreitung sollte nur dann erfolgen, wenn eine öffentliche oder private Finanzierung der übersteigenden Kosten erfolgt. Die Planung sollte daher einen modulartigen Ausbau vorsehen, so dass jeder einzelnen Teil einen Eigenwert hat, auch wenn weitere Maßnahmen – zunächst – aus Kostengründen zurückgestellt werden müssen. Konkrete Baumaßnahmen am Straßenkörper werden nicht vorgeschlagen. Der Umfang der Baumaßnahmen sollte sich dabei weniger am technisch Machbaren als am finanziell Möglichen orientieren.

19. Elemente, die förderungsfähigen Modellcharakter haben, einbauen!
Bestehende Fördertöpfe auf europäischer, Bundes- oder Landesebene für Städte und auch für die Wirtschaft sind zu sichten und dahingehend zu prüfen, inwieweit diese für die Verbesserung der Einkaufsstadt Langen nutzbar gemacht werden können (z. B. für mobilitätseingeschränkte Personen, Modellprojekte für die Stadtentwicklung); Ziel wäre eine 80%-Förderung.

20. Die begrenzten Mittel mit maximaler Wirkung einsetzen!
Entscheidend für die Qualität der Oberen Bahnstraße ist ihre Funktionalität. Es gibt darüber hinaus viele gute Ideen zur zukünftigen Gestaltung, doch sowohl die finanziellen Mittel als auch der zur Verfügung stehende Platz sind beschränkt. Teure oder platzintensive Maßnahmen dürfen andere, sinnvollere Maßnahmen wie Sitzgelegenheiten oder schattenspendende Bäume, nicht blockieren. Kostentreiber (z. B. beim Umbau der Entwässerung) sind bei der Umbauplanung möglichst zu vermeiden.


C) Zusammenfassung und Abrundung des Themas

1) Zusammenfassung
Diese Thesen sollen als erster Schritt nur eine generelle Richtung beschreiben. In einem nächsten Schritt sind dann Abstimmungen mit den Beteiligten und Detailplanungen erforderlich.
Die Obere Bahnstraße sollte im Wesentlichen von LangenerInnen konzipiert und dann auch mit Leben gefüllt werden. Die finanzielle Situation gibt den Rahmen vor, aber Fördermöglichkeiten und Eigeninitiative können den Rahmen erweitern.
Die Menschen sollen im Vordergrund der Planungen stehen. Der Verkehrsmittelmix ist wichtig, aber – wie schon der Name sagt – Verkehrsmittel sind Mittel, nicht Zweck.
Die Bauzeit in der Oberen Bahnstraße ergibt die Chance, vorgeschlagene Anpassungen zu testen und die Ergebnisse der Testphase in die weitere Planung einfließen zu lassen.
2) Abrundung und Erweiterung des Themas
Die Planungen für die Obere Bahnstraße sollten auch Teil einer -idealerweise vorgelagerten - Gesamtplanung für die Innenstadt sein. Ziel sollte es dabei sein, den Durchgangsverkehr (für den auf längere Strecken kleinere Umwege keine wesentliche Rolle spielen) aus der Innenstadt herauszuhalten und verstärkt auf die Südliche und Nördliche Ringstraße zu lenken. Auch die Anbindung der Straßen am Lutherplatz und die Buslinienführung müssen Teil dieses Konzepts sein. Für die Bewohner der Neubaugebiete müssen Mobilitätsangebote für den Weg in die Innenstadt bestehen, die nicht auf das Auto setzen. Es müssen sichere Fahrradwegnetze innerhalb Langens mit Anbindung an die Wohngebiete entstehen; Pläne dazu liegen zum großen Teil vor. Die Stadt Langen sollte diese Themen als Angebot für die BürgerInnen und als Imagethema begreifen.


ADFC zur unteren Bahnstraße


Es hat uns sehr verwundert, dass eine Entscheidung zur veränderten Verkehrsregelung für Radfahrende in der Bahnstraße - eine der wichtigsten Langener Straßen - in der AG Verkehrslenkung getroffen wurde, ohne darüber am Runden Tisch Radverkehr zu sprechen und ohne betroffene Verkehrsteilnehmer zu hören. Immerhin empfiehlt die StVO bei Änderungen der Radwegbeschilderung, "Sachkundige aus dem Kreis der Radfahrer, Fußgänger und Kraftfahrer zu beteiligen". Ist der "Runde Tisch Radverkehr" nur eine Alibi-Veranstaltung?

Der Entfall des Verkehrszeichens Radweg in West - Ost Richtung zwischen Kesslerplatz und Romorantinanlage - bedeutet zunächst Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht. Das könnte zunächst von Vorteil sein, da schnelle Radler die Fahrbahn benutzen dürfen und langsame den bisherigen Radweg. Baulich sind Fußweg und Radweg zusammen ca. 3,10 m breit, das sind Mindestmaße. Einschränkungen gibt es z T an der Bushaltestelle Unser Verdacht: Man nimmt Regelverstöße von Kfz-Fahrern zum Anlass, Radfahrern Verkehrsfläche wegzunehmen, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass künftig das Parken auf Geh- und Radwegen durch die Änderung der StVO stärker sanktioniert wird und damit ja weitestgehend unterbunden werden soll. Langsamere und unsichere Radfahrer werden den Konfliktsituationen auf der Bahnstraße nicht gewachsen sein, wenn sie wegen Falschparkern auf die Fahrbahn ausweichen müssen und die Regelung nicht eindeutig erkennbar ist. Man hat den Radweg also nicht wegen baulicher Gegebenheiten, wie z.B. zu geringer Breite, entwidmet, sondern möglicherweise, um lästige Beschwerden von Radfahrern über Falschparker mit dem Argument entkräften zu können, dass es sich ja hier nicht um einen Radweg handelt. Und man missachtet, dass es sich bei der Bahnstraße um eine sehr stark - auch mit vielen ÖPNV- Bussen - befahrene Straße handelt, auf der auch viele Autos schnell fahren.

Rotgetöntes Pflaster hat leider in Langen inzwischen sehr unterschiedliche Bedeutung. Im westlichsten Teil der Bahnstraße handelt es sich inzwischen um Parkplätze, in der Walter-Rietig-Straße um einen Gehweg...usw.... D.h., es ist unklar, ob Radfahrende nun überhaupt weiterhin auf dem bisherigen Radweg fahren dürfen.

Es gibt weiterhin in Langen an einer Reihe von Stellen noch Radwegbenutzungspflicht, obwohl Radwege bzw. gemeinsame Fuß- Radwege zu schmal sind.

Fazit: Die Situation für Radfahrende hat sich damit im Bereich zwischen Kesslerplatz und Goethestraße gravierend verschlechtert. Ab Lichtburg-Kino gibt es dann wieder ein Stückchen mit Radweg­benutzungspflicht - mit unübersichtlicher Situation an der Bushaltestelle. I

Wir fordern unverzüglich:
- Ab Kesslerplatz bis obere Bahnstraße Höchstgeschwindigkeit 30 km/h.
- Beschilderung zwischen Kesslerplatz und Goethestraße "Gehweg, Radfahrer frei".
- Bauliche Maßnahmen im unteren Bereich (Poller o.ä., Beispiele gibt es in Frankfurt). Kraftfahrzeuge können bis 3 Minuten halten, aber bitte auf der Fahrbahn.
- Auch im Bereich Romorantinanlage Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht. Hier gilt das Gebot für Fußgänger, den weg in der Mitte der Anlage zu nutzen.

Auch in der Gegenrichtung ist Tempo 30 angesagt, hier sind uns eine Reihe von Unfällen und Beinahe-Unfälle bekannt, insbesondere, da PKW-Fahrer unachtsam die Tür öffnen und Radfahrende zu wenig Platz haben. Der Schutzstreifen liegt zu nah an den parkenden Autos und wird von den meisten Autofahrern ignoriert.

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