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01.09.2020 erstellt von: Werner Weigand


Radschnellweg Richtung Frankfurt befindet sich in der Planung - Diskussion in Dreieich

Während im Süden am Radschnellweg (Raddirektverbindung) Frankfurt - Darmstadt mit dem Ziel der baldigen Realisierung geplant und gebaut wird, wird in Dreieich noch an den Planungen gearbeitet und es gibt sachliche und unsachliche Diskussionen. Die Trasse soll von Norden nach Süden durch Sprendlingen verlaufen und macht damit gegenüber einer Direktverbindung einen Umweg. Wegen vieler Bürgerproteste entwickelt ein Planungsbüro neue Varianten. Entlang der Main-Neckar-Bahn soll es eine "Sommerroute" durch den Wald geben, mit der die "Dreieichbeule" umfahren werden kann, allerdings nicht mit dem hohen Standard eines Radschnellwegs.


In Dreieich ist eine heiße Diskussion um die "Raddirektverbindung" Frankfurt - Darmstadt mit sachlichen und unsachlichen Argumenten entbrannt. Die Führung der bisher geplanten Route kann man nachfahren, da voll ausgeschildert. Kommt man von Langen, muss man erst auf der Rostädter Straße und dann weitere 13 Male (!) mal nach links und mal nach rechts abbiegen, um schließlich auf den wenig befahrenen langen geraden Tannenweg zu kommen, der dann in eine Schneise Richtung Neu Isenburg übergeht.
Nun ist es für eine Raddirektverbindung ja nicht nur interessant, die Dreieicher Brille aufzusetzen, sondern man muss auch die Gesamtroute im Auge haben. Wie sieht es für die aus, die von Langen und südlich nach Norden radeln? Hier die Meinung aus Langen:

Will man nach Darmstadt, fährt man fast auf der Direttissima mit einigen wenigen Engstellen und Passagen, an denen man Vorfahrt Anderer beachten muss. In Summe super - hier werden Maßstäbe gesetzt.

Sehen wir die positiven Seiten der Trasse durch Sprendlingen:
Bisher ist es mühsam, von Langen (und südlich) aus in den Norden Sprendlingens oder ins Isenburg Zentrum zu radeln. Man kommt nicht daran vorbei, die Achse Darmstädter Straße - Hauptstraße - Frankfurter Straße zu nutzen mit ihrer extremen Belastung durch PKW einschließlich Parkplatzsuchenden, Wirtschaftsverkehr und vielen ÖPNV-Bussen und sehr engen Straßenabschnitten. Zukünftig wird man auf wenig befahrene Straßen geleitet und erreicht (hoffentlich) zügig das Bürgerhaus, das Haus des Lebenslangen Lernens, mehrere Schulen, die Arbeitsplätze und die Einkaufsmärkte im Norden Sprendlingens und auch der Weg in die Mitte Neu Isenburgs schließt sich an. Insofern ein Fortschritt. Da auch auf einer Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt die meisten Nutzer nicht die gesamte Strecke radeln, macht es Sinn, die zweifellos großen Zwischenpotenziale einzubinden.
Wer von Langen und südlich nach Frankfurt oder in den Westen Neu Isenburgs will, wird aber die "Dreieichbeule" meiden. Wer will schon 14 mal um die Ecke radeln? Mit den modernen Pedelecs ist die Entfernung Langen - Frankfurt mit ca. 14 km auch für Berufstätige und andere Alltagsradler eine interessante Strecke. Inzwischen gibt es in Dreieich auch Bürgerproteste gegen die Trasse. Und im Detail stellt man fest, dass Straßen zu eng sind oder in erheblichem Maß Parkplätze wegfallen müssten. Auch Kreuzungen und die Bahnquerung sind problematisch. Daher soll ein Planungsbüro nun Alternativen erarbeiten.

Die ausgeschilderte Trasse durch Sprendlingen macht ab Bahnhof Sprendlingen Sinn, nicht als Radschnellweg, aber als innerstädtische Fahrradstraße.

Für die Suche nach einer geeigneten Trasse für die Radschnellverbindung bietet sich der Bereich zwischen Buchschlag und Sprendlingen an, in dem die Bebauung nur wenige Straßenzüge umfasst. Ggf. müsste einer der Bahnübergänge über die Dreieichbahn verlegt werde. Im Bereich des Grünzugs zwischen den Ortsteilen gibt es Wege, Fahrwege und Trampelpfade, jedoch keinen durchgehenden Weg Süd-Nord. Hier müsste man vielleicht so eine Art "Kleine Flurbereinigung" machen, um auf kurzem Weg einen der Waldwege Richtung Neu Isenburg zu erreichen. Um Sprendlingen gut anzubinden sind Anschlusswege Richtung Schulen, Bürgerhaus und Haus des Lebenslangen Lernens mit zu bedenken. Hoffentlich findet man eine gute ortsnahe Trasse. Details kann man optimieren und sollten mit den Dreieicher Bürgern ausgeplant werden.

Zunächst hoffen wir auf die "Sommerroute", die entlang der Main-Neckar-Bahn führen soll. In Langen erschließt sie mit den Arbeitsplätzen im Neurott und der geplanten "Westumfahrung" zusätzliche wichtige Potenziale.

Leider hat man in dieser Achse in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Regionalverband gemacht. Vor vielen Jahren hat dieser den Radweg Frankfurt - Langener Waldsee mit viel Presserummel eröffnet. Die Trasse entsprach zwischen Frankfurt Ziegelhüttenweg und Buchschlag weitgehend der nun propagierten "Sommerroute". Der Weg war gut beschildert und bestand auf Waldstrecken aus einer glatten, festen, wassergebundenen Decke mit einem feinen weißen Belag. Durch diese helle Oberfläche war er auch bei Dunkelheit und schlechtem Wetter befahrbar. Aber nach wenigen Jahren war die Decke kaputtgefahren und die Strecke ist längst eine holprige Schotterpiste. Der ADFC bat seinerzeit darum, die Strecke instandzusetzen. Aber statt zu sanieren hat man klammheimlich die Schilder abmontiert und sich so des Problems entledigt. Lessons Learned: Zusammen mit dem Bau von Strecken muss auch die Instandhaltung dauerhaft gesichert werden.

Forderung: Die Sommerroute ist unbedingt erforderlich und gleichzeitig zu realisieren, soll die Raddschnellverbindung auf ganzer Strecke akzeptiert werden. Der Ausbau der Sommerroute sollte soweit möglich dem Standard der Raddirektverbindung entsprechen. Wo dies nicht möglich erscheint sind doch Befahrbarkeit bei Dunkelheit und schlechtem Wetter und Sicherstellung eines langfristig guten Zustands absolute "Muss".


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